Unser Wochenausblick für die KW 13 – 2025 bezüglich wichtiger Rohstoffe!

Ölmarkt:


Der Preis für ein Barrel Brent hat sich seit Anfang März um die Marke von 70 USD stabilisiert. Die internationalen politischen Entwicklungen, insbesondere die Verhandlungen über einen Waffenstillstand zwischen der Ukraine und Russland sowie die Situation im Nahen Osten, stehen im Fokus.


Während ein Waffenstillstand in der Ukraine voraussichtlich keine signifikanten Auswirkungen auf den physischen Ölmarkt haben wird, könnte eine Eskalation im Nahen Osten das Ölangebot beeinträchtigen.


Die Huthi-Rebellen, die als verlängerter Arm des Iran gelten, könnten bei zunehmenden Spannungen zwischen ihnen und den USA eine Rolle spielen. Die iranische Absage an neue Atomgespräche könnte zudem zu einer Verschärfung der US-Sanktionen führen.


Die Tatsache, dass eine chinesische Raffinerie auf die Sanktionsliste gesetzt wurde, könnte potenzielle Käufer von iranischem Öl abschrecken.


Obwohl die übrigen OPEC-Staaten über ausreichende Kapazitäten verfügen, um mögliche Produktionsausfälle im Iran auszugleichen, könnte dies den Zusammenhalt des Kartells gefährden.


Bei einer Verschärfung der Sanktionen ist mit steigenden Preisen zu rechnen, jedoch sind konkrete Ankündigungen erforderlich, um diese Entwicklung auszulösen. Ohne solche Ankündigungen könnte der Preis eher stagnieren, da der Markt trotz einer saisonal bedingten Nachfragebelebung tendenziell überversorgt bleibt.


Insgesamt bleibt die Situation auf dem Ölmarkt angespannt und erfordert eine genaue Beobachtung der politischen Entwicklungen.


Industriemetalle:


Der Aufwärtstrend bei den Industriemetallen setzt sich fort, unterstützt durch positive Konjunkturdaten und die Ankündigung weiterer Stimulierungsmaßnahmen in China.


Der Index der Londoner Metallbörse (LME) liegt mittlerweile rund 10 % höher als zu Jahresbeginn.


Besonders auffällig ist der Anstieg des Kupferpreises, der aufgrund möglicher US-Importzölle stark gestiegen ist.


An der LME erreichte der Preis für eine Tonne Kupfer zeitweise über 10.000 USD, was ein 5-Monatshoch darstellt. Auch an der Comex nähert sich der Preis dem Rekordhoch vom Mai 2024.


Kurzfristig könnte der Aufwärtstrend bei den Preisen anhalten, insbesondere wenn die positive Stimmung anhält. Allerdings gibt es auch Bedenken hinsichtlich der zukünftigen Konjunkturdaten, und es besteht Skepsis über das Wachstum in China.


Sollte sich die wirtschaftliche Lage verschlechtern, könnte dies zu einer gewissen Ernüchterung auf dem Markt führen.


In der kommenden Woche sind keine wichtigen Konjunkturindikatoren zur Veröffentlichung angekündigt, was die Marktbewegungen beeinflussen könnte. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird.


Edelmetallmärkte:


Der Goldpreis hat nach der Fed-Sitzung ein neues Rekordhoch von knapp 3.060 USD je Feinunze erreicht, jedoch war das Momentum der Aufwärtsbewegung schnell wieder verschwunden.


Die Erwartungen an Zinssenkungen in den USA haben nach der Sitzung zugenommen, was die allgemeine Stärke des Goldpreises untermauerte, jedoch keinen neuen Schub brachte, da die Marktteilnehmer diese Bewegung bereits vorweggenommen hatten.


Ein Grund für die taubenhafte Marktinterpretation könnte die Aussage von Fed-Chair Powell sein, dass die Notenbank vorerst den preistreibenden Effekt der US-Zölle ignorieren werde. Er verwies auf die bislang verankerten langfristigen Zinserwartungen am Markt.


Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Situation so bleiben wird. Die US-Notenbank hatte auch den Inflationsschock von 2021/22 zunächst als vorübergehend eingestuft, musste dann aber aufgrund der starken Preisanstiege aggressiv gegensteuern.


Sollte sich ein ähnliches Szenario wiederholen, könnte dies negative Auswirkungen auf den Goldpreis haben.


Gleichzeitig zeigt die Erfahrung aus der Vergangenheit, dass die Goldpreiskorrektur während der scharfen US-Zinserhöhungen nicht zu einer dauerhaften Preisschwäche führte.


Dies könnte darauf hindeuten, dass Gold, insbesondere aufgrund geopolitischer Spannungen, zunehmend als sicherer Hafen gefragt ist. Solange dies der Fall ist, dürfte das Abwärtspotenzial für Gold begrenzt bleiben.


Agrarmärkte:


Weizen: Die weltweite Weizenernte wird voraussichtlich um 8 Millionen Tonnen auf 807 Millionen Tonnen steigen. Trotz dieses Anstiegs liegt die Ernte jedoch immer noch 6 Millionen Tonnen unter dem Verbrauch, was zu einem Rückgang der globalen Weizenvorräte auf 259 Millionen Tonnen führen wird. Von diesen Vorräten entfallen 61 Millionen Tonnen auf die wichtigsten Exportländer, was darauf hindeutet, dass der Weizenmarkt angespannt bleibt.


Mais: Die weltweite Maisernte soll sogar um 52 Millionen Tonnen auf 1.269 Millionen Tonnen steigen. Der Verbrauch wird jedoch nur um 25 Millionen Tonnen zunehmen, was zu einem Angebotsüberschuss von 6 Millionen Tonnen führt. Dies wird die globalen Maisvorräte zum Ende des Erntejahres auf 280 Millionen Tonnen erhöhen, wobei die Lagerbestände in den wichtigsten Exportländern um 11 Millionen Tonnen auf 56 Millionen Tonnen steigen. Die Lage am Maismarkt könnte sich somit etwas entspannen.


Sojabohnen: Die weltweite Sojabohnenernte wird voraussichtlich auf 427 Millionen Tonnen steigen und liegt nur geringfügig über dem Verbrauch. Die globalen Sojabohnenvorräte am Ende des Erntejahres werden leicht auf 83 Millionen Tonnen ansteigen, wobei 27 Millionen Tonnen auf die wichtigsten Exportländer entfallen. Dies deutet darauf hin, dass der Sojabohnenmarkt nicht mehr so deutlich überversorgt ist wie in den Jahren zuvor.


Insgesamt zeigen die Prognosen, dass während der Weizenmarkt angespannt bleibt, sich die Situation am Maismarkt etwas entspannt und der Sojabohnenmarkt weniger überversorgt ist.


Die EU-Kommission erwägt eine deutliche Reduktion der Zuckerimporte aus der Ukraine, wie Reuters unter Berufung auf informierte Quellen berichtet.


Der Hintergrund dieser Überlegungen ist der signifikante Rückgang des Zuckerpreises, der zu Protesten der europäischen Zuckerproduzenten geführt hat.


Nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs vor drei Jahren hatte die EU den zollfreien Import von Zucker aus der Ukraine erlaubt, was zu einem Anstieg der EU-Importe von günstigem Zucker aus der Ukraine führte.


Um den Druck der Landwirte zu berücksichtigen, führte die EU im Juli 2024 eine Importquote ein. Dennoch konnte diese Maßnahme den Preisrückgang nicht aufhalten. Laut der EU-Kommission lag der durchschnittliche Zuckerpreis im Januar nur noch bei 557 EUR je Tonne, was einem Rückgang von 35 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht und das niedrigste Niveau seit September 2022 darstellt.


Der Rückgang des EU-Zuckerpreises folgt dem Trend an den Börsen, wo auch die Preise für weißen Zucker in London und Rohzucker in New York im vergangenen Jahr deutlich gesunken sind.


Allerdings haben die börsengehandelten Zuckerpreise seit Jahresbeginn wieder leicht zugelegt, was möglicherweise auch dem EU-Zuckerpreis eine Stabilisierung ermöglichen könnte.


Insgesamt zeigt die Situation, dass die EU-Kommission auf die Herausforderungen der europäischen Zuckerproduzenten reagiert und gleichzeitig die Entwicklungen auf dem internationalen Zuckermarkt im Auge behält.


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Michael Neumann

Chief Executive Officer