Ölmarkt
Es scheint, dass die IEA in ihrem aktuellen Bericht ein Überangebot am Ölmarkt von 600.000 Barrel pro Tag prognostiziert, was auf eine höhere Produktion aus der OPEC zurückzuführen ist. Interessanterweise hat die US-Energiebehörde (EIA) eine deutlich optimistischere Sichtweise und revidiert ihr Überangebot auf nur 100.000 Barrel pro Tag.
Die Unterschiede in den Prognosen könnten darauf hindeuten, dass die IEA möglicherweise das Überangebot überschätzt. Die EIA berücksichtigt bereits die geplante Produktionsausweitung der OPEC+ und sieht kurzfristig einen angespannten Markt aufgrund der geringeren Produktion in Venezuela und Iran.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird, insbesondere mit den bevorstehenden Produktionsanpassungen und den geopolitischen Faktoren, die die Ölpreise beeinflussen können.
Edelmetallmärkte
Der Goldpreis hat kürzlich einen Anstieg erlebt, nachdem die US-Inflationszahlen für Februar schwächer ausfielen als erwartet. Dies hat die Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed angeheizt. Allerdings ist es wichtig, vorsichtig zu sein und nicht zu schnell auf diesen Trend aufzuspringen. Die Inflationsrisiken und die Auswirkungen der US-Zollpolitik auf die Konjunktur sind ebenfalls bedeutend und könnten die Entscheidungen der Fed beeinflussen. Daher könnte es sein, dass Zinssenkungen später kommen, als der Markt derzeit erwartet.
Zusätzlich hat der Anstieg des Goldpreises auch positive Auswirkungen auf andere Edelmetalle wie Silber, Platin und Palladium. Silber nähert sich der Marke von 34 USD je Feinunze, während Platin und Palladium ebenfalls zulegen konnten. Besonders interessant ist das Preisverhältnis zwischen Gold und diesen Metallen, das historisch hoch ist. Das könnte darauf hindeuten, dass Platin und Palladium im Vergleich zu Gold relativ günstig sind und möglicherweise Aufholpotenzial haben.
Industriemetalle
Der Kupferpreis zeigt sich derzeit resilient, trotz der wachsenden Ängste vor einer US-Rezession. Ein Grund dafür könnte die kurzfristige Nachfrage nach Kupferimporten sein, da US-Unternehmen möglicherweise Lagerbestände aufbauen, um sich vor möglichen US-Zöllen zu schützen. Allerdings könnte dieser Effekt nicht von Dauer sein, insbesondere wenn tatsächlich Importzölle eingeführt werden, was die US-Nachfrage negativ beeinflussen würde.
Auf der Produktionsseite gibt es ebenfalls Entwicklungen, die den Kupferpreis beeinflussen könnten. Chinesische Kupferschmelzen haben angekündigt, ihre Produktion um 10% zu reduzieren, was potenziell zu einer Stabilisierung oder sogar einem Anstieg des Kupferpreises führen könnte, falls weitere Produzenten folgen.
In der Zwischenzeit hat Zinn einen bemerkenswerten Preisanstieg erlebt, ausgelöst durch die Unterbrechung des Betriebs in einer wichtigen Mine in der Demokratischen Republik Kongo aufgrund politischer Unruhen. Dies hat die Sorgen um eine weltweite Knappheit an Zinnerzen verstärkt, insbesondere da auch die Produktion in Myanmar eingeschränkt ist.
Zink hingegen hat sich ebenfalls erholt, nachdem ein führender Zinkproduzent in Australien angekündigt hat, die Produktion um 25% zu reduzieren. Diese Maßnahme wird als Reaktion auf die Knappheit am Markt für Rohmaterialien und negative Verarbeitungsgebühren gesehen.
Agrarmärkte
Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat in seinem aktuellen WASDE-Bericht die weltweiten Weizenvorräte für das Erntejahr 2024/25 leicht nach oben revidiert, um 2,5 Millionen Tonnen. Diese Anpassung betrifft vor allem die großen Exportländer wie die USA, Russland, Argentinien und Australien, was auf höhere Ernten und geringere Exporte zurückzuführen ist. Im Gegensatz dazu wurden die weltweiten Maisvorräte leicht nach unten revidiert, insbesondere aufgrund niedrigerer Bestände in China, wo der Großteil der globalen Maisvorräte lagert. Trotz der von China erhobenen Gegenzölle auf US-Agrarprodukte hat das USDA die Schätzungen für die US-Mais- und Sojabohnenexporte unverändert gelassen.
In Bezug auf die EU-Weichweizenernte hat das französische Agrarberatungsunternehmen Strategie Grains seine Prognose für die kommende Saison 2025/26 leicht auf 127,5 Millionen Tonnen reduziert, was jedoch immer noch eine signifikante Steigerung im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Diese Erhöhung wird auf eine Ausweitung der Anbaufläche und bessere Erträge zurückgeführt. Die EU-Weichweizenexporte sollen ebenfalls steigen, bleiben jedoch unter 30 Millionen Tonnen. Der EU-Weizenpreis hat sich von einem Tiefpunkt Anfang März erholt und liegt nun bei etwa 225 EUR je Tonne.
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Michael Neumann
Chief Executive Officer